Drei Ereignisreiche Jahrzehnte: 1967 – 1997

Die Abhaltung von Wettkampfübungen und die Teilnahme an Leistungsbewerben wurde nun forciert und so konnten viele Mitglieder das Leistungsabzeichen in Silber und Bronze erreichen. 1968 konnte dann der spätere Kommandant Josef Leitner als erstes Bad Schönauer Feuerwehrmitglied das Leistungsabzeichen in Gold erringen. Durch die zunehmende Motorisierung und die verbesserten Brandschutzbestimmungen verlagerten sich ab Ende der 60er Jahre die Einsatztätigkeiten der Feuerwehren allgemein von Löscheinsätzen hin zu technischen Einsätzen. Dieser Entwicklung wurde auch in der FF Bad Schönau Sorge getragen und im Jahr 1969 ein Landrover als Berglandlöschfahrzeug (BLF) und ein Greifzug angekauft. Wie in früheren Jahren konnte auch dieser Ankauf aus den Erlösen der jährlichen Feuerwehrbälle bzw. Kränzchen und aus Haussammlungen getätigt werden. Im Rahmen der Durchführung der Abschnittsleistungsbewerbe und des Abschnittsfeuerwehrtages wurde das neue Fahrzeug gesegnet. Im Dezember 1970 verstarb das letzte noch lebende Gründungsmitglied der FF Schönau i. Geb., Hr. Ehrenkommandant Johann Ostermann.

Feuerwehrgesetz 1970

Ab 1971 kam es auf Grund des NÖ Feuerpolizei- und Feuerwehrgesetzes aus 1970 zu Änderungen in der Rechtsform der Feuerwehren: „§ 4 Abs 1: Feuerwehren im Sinne dieses Gesetzes sind nach Zweck, Ausrüstung und fachlicher Ausbildung ihrer Feuerwehrmitglieder für die Besorgung von Aufgaben der Feuerpolizei und der örtlichen Gefahrenpolizei eingerichtete Organisationen.“ Die Feuerwehren bekamen den Status einer „Körperschaft öffentlichen Rechtes“ anstelle des bis dahin angewandten Vereinsgesetzes. Die Dienstgradbezeichnungen wurden geändert – so konnte der Kommandant der FF Bad Schönau den Dienstgrad Oberbrandinspektor statt der bisher bekannten Bezeichnung „Hauptmann“ führen.

Weitere Investitionen

1972 wurde eine zweite Tragkraftspritze, Marke VW, und in weiterer Folge auch die ersten Atemschutzgeräte angeschafft. 1975 kam es zum Ankauf eines gebrauchten VW Pritschenwagens, der vor allem bei Begräbnissen eingesetzt wurde, da nicht mehr genügend Träger gefunden werden konnten.

1976 konnte Alfred Simon als NÖ Landessieger das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold ablegen.

Bereits bei der im Jahr 1976 durchgeführten Wahl zum Kommandanten erklärte Oberbrandinspektor (OBI) Schwarz, dass er aus beruflichen Gründen diese Funktion nicht mehr wahrnehmen kann. Er konnte jedoch nochmals zum Weitermachen überzeugt werden. Mitte 1979 stellte er jedoch sein Amt endgültig zur Verfügung, sodass in einer außerordentlichen Versammlung ein neues Kommando gewählt werden musste.



Kommandant Josef Leitner (1979 – 1995)

Kommandant OBI Leitner hatte erkannt, dass es die Erfordernisse der  Zeit notwendig machten, immer mehr Anschaffungen von neuen Ausrüstungsgegenständen, Geräten und persönliche Schutzkleidung zu tätigen, aber auch den Fuhrpark zu erweitern. Zur Beschaffung der dazu erforderlichen finanziellen Mittel wurden Sommerfeste veranstaltet und zusätzlich im Jahr 1981 der erste EVG-Wandertag organisiert – eine Veranstaltung, die bis 1991 erfolgreich durchgeführt werden konnte.

 

1981 konnte auch das erste Tanklöschfahrzeug (TLF) angekauft werden – ein Mercedes LAF, gebraucht erworben von der FF Wr. Neustadt.

Im Jahr 1983 wurden Abschnittsleistungsbewerbe, Abschnittsfeuerwehrtag in Verbindung mit einem 3-Tages-Fest auf der Laschober Wiese durchgeführt. Der Reinerlös dieser Veranstaltung wurde für die Finanzierung eines Kleinlöschfahrzeuges (KLF), Marke VW LT 35, zurückgelegt.

Der Kauf dieses Fahrzeuges konnte 1984 durchgeführt werden. Sämtliche Fahrzeuge wurden auch mit den erforderlichen Funkgeräten ausgestattet.

Im gleichen Jahr wurde auch das erste Fest in der neu erbauten Tennis-/Veranstaltungshalle organisiert.

Durch die immer weiter fortschreitende Technisierung, durch den Bau und Ausbau von Beherbergungsbetrieben, aber auch zur notwendig gewordene Ausbildung war es erforderlich, auch das Übungswesen zu überdenken und zu stärken.

So wurden und werden laufend Funkübungen, Atemschutzübungen, technische Übungen aber auch der Aufbau von Löschleitungen geübt. In diesem Zeitraum konnte auch eine schlagkräftige Leistungsbewerbsgruppe gestellt werden.

Neue Rettungsgeräte

Nach längeren Diskussionen und entsprechender Präsentation wurde 1986 der Ankauf eines Rettungsschlauches zum Retten von Personen aus Höhen (z.B. Beherbergungsbetriebe) beschlossen und umgesetzt.

Auch ein Notstromaggregat wurde in diesem Jahr in Betrieb genommen.

1987 fanden die Feiern zum 90-jährigen Gründungsjubiläum mit Abschnittsfeuerwehrtag und Leistungsbewerben statt. Aus diesem Anlass wurde auch eine Festschrift herausgegeben, für die EBI Josef Schlögel verantwortlich zeigte.

Durch das vermehrte Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße B55 waren immer mehr Verkehrsunfälle zu verzeichnen. In unserem zu betreuenden Einsatzgebiet von der Henmühle bis zur Abzweigung nach Tiefenbach waren und sind diese Unfälle mitunter sehr schwer und belastend. Um eine effizientere Einsatzleistung zu ermöglichen, wurde der Ankauf einer gebrauchten handbetriebenen hydraulischen Rettungsschere getätigt, um eingeklemmte Personen aus verunfallten Fahrzeugen retten zu können.

Das Hauptaugenmerk lag nunmehr darauf, finanzielle Rücklagen für den Kauf eines neuen Tanklöschfahrzeuges zu bilden. Zu diesem Zweck wurden weiterhin Bälle, Wandertage und Feste durchgeführt.

Auf Grund der Mindestausrüstungsverordnung (MAV) für Feuerwehren war beim Ankauf eines TLF auch zu berücksichtigen, welche Förderungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dadurch hat sich der Ankauf verschoben, war aber 1990 unbedingt erforderlich, da die Genehmigung für das vorhandene TLF abgelaufen war. Eine weitere Problematik ergab sich daraus, dass das bestehende Gerätehaus für die angebotenen TLF zu niedrig war. Es musste also eine Sonderausführung angekauft werden.

Nach Vergleichen der vorliegenden Angebote wurde beschlossen, auf Grund der nunmehr angepassten MAV ein TLF mit 3.000 Liter Fassungsvermögen und Allrad, Type Iveco, bei der Firma M.U.T. zu bestellen und aufbauen zu lassen.

Nach Vergleichen der vorliegenden Angebote wurde beschlossen, auf Grund der nunmehr angepassten MAV ein TLF mit 3.000 Liter Fassungsvermögen und Allrad, Type Iveco, bei der Firma M.U.T. zu bestellen und aufbauen zu lassen.

Gleichzeitig wurde auch der Ankauf einer Seilwinde beschlossen. Die Finanzierung dafür konnte durch die Feuerwehr, die Gemeinde, durch Fördergelder und durch eine Haussammlung im Brandrayon aufgebracht werden. Im Oktober 1990 wurde das neue TLF-A 3000 in den Dienst gestellt.

Ab 1990 wurde auch der Dienstpostenplan (Organigramm) in Kraft gesetzt. Die Mitglieder der Feuerwehr wurden auf Grund der vorhandenen Fahrzeuge und Ausstattung sowie der Mannschaftsstärke in zwei Züge zu je zwei Gruppen aufgeteilt. Dazu wurden Gruppen-, Zugtrupp- und Zugskommandanten bestellt. Darüber hinaus wurden auch Fachchargen (z.B. Atemschutz, Ausbildung, Nachrichtendienst, Schadstoffe, usw.) installiert.

Diese Personen ergaben zusammen mit dem Kommando, bestehend aus Kommandant, dessen Stellvertreter und dem Leiter des Verwaltungsdienstes nunmehr das „erweiterte Kommando“, das Führungsgremium der FF Bad Schönau.

Im Rahmen des Frühlingsfestes 1991 wurde die Segnung des neuen TLF vorgenommen, als Fahrzeugpatin konnte Frau Helga Koder gewonnen werden.

Weitere Investitionen wurden im Ankauf von drei Handfunkgeräten, einem Atemschutzgerät sowie Schutzjacken, -hosen und Einsatzstiefel vorgenommen.

Es stellte sich heraus, dass auf Grund dieser Investitionen das bestehende Gerätehaus nicht mehr ausreichen wird, sodass erstmals Überlegungen für die Erweiterung bzw. einem Neubau diskutiert wurden. Das Problem dabei ergab sich aus der Frage nach einem entsprechenden Grundstück. Es wurde jedoch beschlossen, zukünftige Einnahmen als Rücklage für den Neubau eines Feuerwehrhauses anzulegen.

Im Herbst 1992 wurde der erste Dorfwandertag durchgeführt, der einen guten Erlös brachte. Daraufhin wurde beschlossen, diese Veranstaltung weiterhin jährlich durchzuführen, jedoch immer zu Pfingsten. Dieser Beschluss wurde bis zum heutigen Tage beibehalten.

Nach langen Vorarbeiten und Diskussionen wurden 1993 seitens des Landes endlich die technischen Voraussetzungen geschaffen, um eine Sirenenfernsteuerung zu installieren. Mittels dieser Anlage können Alarmierungen durch die bezirksalarmzentrale (BAZ) Wr. Neustadt auf Knopfdruck durchgeführt werden. 1994 wurde diese Anlage dann in Betrieb genommen. In Maierhöfen wurde in Folge eine weitere Sirene installiert.

1995 konnte dank einer großzügigen finanziellen Unterstützung durch Herrn Ing. Walter Seepold ein modernes hydraulisches Rettungsgerät angeschafft und das vorhandene handbetriebene Gerät ausgeschieden werden. Zum Thema größeres Feuerwehrhaus wurde erstmals konkret die gemeinsame Errichtung des Gemeinde-Bauhofes mit dem Feuerwehrhaus und die gleichzeitige Adaptierung des bisherigen Gerätehauses für das Rote Kreuz Bad Schönau angedacht. Als dafür geeignetes Grundstück wurde damals der Ankauf der Liegenschaft des Herrn Alois Laschober in Betracht gezogen.

Ab 1995 wurde kein Frühlingsfest mehr veranstaltet, sondern es erfolgt seither die Durchführung des Oktoberfestes jährlich abwechselnd mit dem Musikverein Bad Schönau.

Im Dezember 1995 kam es zu Neuwahlen, da der bisherige Kommandant OBI Josef Leitner seine Funktion zur Verfügung gestellt hatte. Zum neuen Kommandanten wurde der bisherige Kommandant-Stellvertreter Herbert Seiberl gewählt. Dem bisherigen Kommandanten Josef Leitner wurde auf Grund seiner Verdienste um das Feuerwehrwesen in Bad Schönau der Ehrendienstgrad EOBI verliehen.

Als wichtigstes Projekt der ersten Funktionsperiode des neuen Kommandanten galt es dem Bestreben seines Vorgängers nachzukommen, ein neues Feuerwehrhaus zu errichten. 1996 erfolgte auf Betreiben von Kommandant Seiberl der Gemeinderatsbeschluss, einen Grundtausch des ursprünglich vorgesehenen Grundstückes in der Hauptstraße mit Liegenschaftsanteilen der Frau Herta Laschober am Zöbernbach vorzunehmen und für den Neubau des Gemeindebauhofes und des Feuerwehrhauses zu verwenden. Da diese Grundfläche jedoch in der sogenannten „roten Zone“ lag, konnte eine Umwidmung erst nach dem Bau eines Rückhaltebeckens in Krumbach erfolgen. Der Bau und die Umsetzung dieser Maßnahme sollte sich jedoch noch einige Jahre hinziehen. Die Planung des neuen Hauses wurde aber umgehend in Angriff genommen.